Stork Club
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Willkommnen im Stork Club! 

Im wunderschönen Spreewald liegt das kleine Örtchen Schlepzig. 

Es ist eines der schönsten Biosphärenreservate Brandenburgs, mit klarem Wasser, frischer Luft und einer unglaublichen Artenvielfalt an Nutzpflanzen. Im Sommer 2015 haben drei Schwergewichte der Spirituosenindustrie, aus Berlin, die revolutionäre Idee, Whisky aus Roggen zu machen. Das gibt es nämlich in unserer Region noch nicht.

Warum eigentlich? Brandenburg hat sehr guten Roggen und eignet sich daher hervorragend! Bastian, Steffen und Sebastian wollen sich ein Whisky – Fass kaufen und landen in einem kleinen Örtchen namens Schlepzig, in der ältesten Destille Brandenburgs. Der damalige Besitzer möchte den Jungs jedoch nicht nur ein Fass verkaufen sondern sucht Nachfolger für seine Destille. Sie müssen nicht lange überlegen. Aus einem Fass wird eine Revolution! Die Revolution des Roggenwhiskys! Im Stork Club brennen sie nun den ersten Rye Whisky Deutschlands, der sich mittlerweile, auch bis über die Landesgrenzen hinaus, einer großen Beliebtheit erfreut. 

Ein Besuch im Stork Club

Wir hatten das fabelhafte Vergnügen, den Stork Club besuchen und uns von Steffen Lohr durch die heiligen Gefilde führen lassen zu dürfen. Wir sollen ihn im Büro treffen und stehen vor einem beeindruckenden Holztor, dessen Gelände an einem Ruder zu sein scheinen. Schwer ist es. Ehrfürchtig betreten wir den Hof und sind sofort begeistert. Wenn man nicht wüsste, dass wir uns in einem kleinen, idyllischen Örtchen, mitten im Spreewald befinden, könnte man meinen, beim nächsten Schritt am Ufer der Spree, irgendwo in einem Szene Club direkt in Berlin City zu stehen…Es ist sehr einladend! Konzeptionell großartig durchdacht und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Aber nicht zu viel. Rustikales Flair, Industrial Design und Street Art treffen hier, in harmonischen Kontrasten, aufeinander. Wir finden es unglaublich authentisch und freuen uns darauf, Steffen endlich kennen zu lernen. Er begrüßt uns herzlich und lädt zu einer Tasse Kaffee ein. Wir plaudern und die Neugier wächst.

Ein klassischer Roadtrip

„Die besten Abenteuer passieren auf dem Weg, sie liegen förmlich auf der Straße“, erzählt uns Steffen. „In unserem Fall auf der Dorfstraße in Schlepzig. Wir sind drei Jungs: Sebastian Brack ( er erfand die bekannte und erfolgreiche Bitterlemon – Marke „Thomas Henry“ und ist einer der Gründer von „Belsazar“ Vermouth ), Bastian Heuser, die Arbeitsliebe meines Lebens, ( ist ehemaliger Bartender und einer der Mitgründer des »Bar Convent Berlin«, der europäischen Leitmesse für die Bar- und Getränkeindustrie ) und ich, Steffen Lohr, ( ebenfalls ehemaliger Bartender „Der Raum“, Melbourne und jahrelanger Markenbotschafter für Bacardi ). Wir kommen alle, ganz klassisch, aus der Gastronomie und Bartenderszene“, berichtet Steffen. 

Bevor wir die Destille 2016 gekauft haben, hatten wir eine eigene Agentur „Small Big Brands“, die Promotion und Live Marketing für große Spirituosenmarken dieser Welt, u.a Schweppes und Jack Daniels, gemacht hat. Die Linien wurden jedoch immer schneller und irgendwann hat es uns einfach keinen Spaß mehr gemacht, erzählt uns Steffen ganz offen. Im Laufe dieser Zeit haben wir uns die jedoch die Vertriebsrechte am Lufthansa Cocktail gesichert und Blut geleckt, was die Herstellung eigener Produkte angeht. Uns ist eine Liste in die Hände gefallen, auf der der Whiskymarkt in Deutschland aufgedröselt war. Beim Anschauen konnten wir feststellen, dass es ein wachsender Markt ist. Es gibt großartige Produkte aber die Orientierung an den Schotten ist so prägnant. Irgendwie lehnen sie sich immer an den schottischen Whisky an und man bekommt das Gefühl, dass es den eigenständigen deutschen Whisky gar nicht gibt. Wir haben versucht, das ganze Thema in die heute Zeit zu transportieren. Bast und ich waren schon immer große Fans von Eye Whisky, also Roggen – Whisky. Das kommt durch das Bartending“, erklärt uns Steffen. So war der Grundstein für die Idee gelegt. Bastian und Sebastian fuhren darauf hin in die Uckermark, zu Frau Brohne, die macht auch Whisky, preußischen Whisky, single malt und das ganz allein in einer „one Women show“. Von ihr wollten wir ein Fass Whisky kaufen. Sie lehnte ab, gab uns aber den Hinweis, dass wir nach Schlepzig fahren könnten. Der Eigentümer würde verkaufen wollen. Wir mussten nicht lange überlegen. Aus der Idee, ein Fass Whisky zu kaufen wurde im Sommer 2016 der Stork Club geboren!“ 

Der Whisky

Steffen führt uns durch den einladenden Hofgarten, in dem ab April wieder einige Besucher erwartet werden, in eine separate Halle und erklärt uns, wie der Roggen – Whisky hergestellt wird. 

Whisky, regional und sogar nachhaltig!

Der Roggen und Roggenmalz werden in großen Säcken, just in Time, in die Destille geliefert und das in lediglich den Mengen, die auch zu diesem Zeitpunkt benötigt werden. Es wird also nichts verschwendet und die Lagerkosten lassen sich so auch niedrig halten. Der Roggen kommt von der Agrargenossenschaft aus Dürenhofe, welches ca. 3 Km von Schlepzig entfernt liegt. Wr benutzen einen Roggen Namens Kondukt. Er ist ein sogenannter Populationsroggen, das heißt – kein Hybrid, nichts Gezüchtetes und nichts Genverändertes. Reiner Roggen, den man so wie er ist, so wie er hier gemahlen und zu Whisky verarbeitet wird, als Saatgut im nächsten Jahr ausbringen könnte. Brandenburg ist, für Roggen, eine der größten Anbauregionen Europas

Der Prozess –  ( in aller würziger Kürze )

Die Schüttung – ( Das sind der Roggen oder Roggenmalz, die in großen Säcken mit etwa 800kg geliefert werden) wird als ganzes Korn in einer kleinen Mühle, der sogenannten Hammer – Mühle, gemahlen. Dann wird es in einem großen Maischbottisch, mit heißem Wasser, zu – man könnte sagen – Vollkornmaische verarbeitet. Diese wird, ungefiltert, in die großen Fermentationsbehälter gepumpt, wo dann Hefe hinzugeführt werden und der Zucker aus der Maische vergären kann. Dieser Prozess dauert ca. 4-5 Tage. Am Ende entsteht eine „Art Bier ohne Hopfen“ mit einem Vol Alkohol von etwa 8-10%. Am 6. Tag wird gebrannt.

In der Brennerei wird dieses „Distillers Beer“ in die Brennblasen der beeindruckenden, kupfer – blinkenden Brennanlagen gepumpt und sehr schonend destilliert, um das volle und würzige Aroma des Roggens zu bewahren. Es gibt zwei Brennanlagen mit unterschiedlich großen Brennblasen. Die eine fasst 1.000l, das ist die Kothe – Brennanlage und die andere lediglich 650 l, die Carl – Brennanlage. Beim Brennen wird höchste Präzision, Erfahrung und Fingerspitzengefühl benötigt denn der Geschmack und die Qalität des Destillats verändert sich mit der Temperatur. „Je nach Temperatur nimmt der Ethanol aus der Maische eine andere Aromatik mit“. 

Ruhen im Fass

Die Fässer dienen als temporärer Lagerraum. Aber nicht nur das. Bis zu 80% der Aromen, die in einem Whisky enthalten sind, werden tatsächlich aus den Fässern gelöst. Das Fass ist eines der elementarsten Aspekte in der Herstellung von Whisky, neben der Mash Bill ( also der Getreiderezepturen ) und der verwendeten Hefe. „Unsere Whiskys werden in unterschiedlichen Fässern ausgebaut und vor der Abfüllung miteinander vermählt, um Komplexität, Charakter und den typischen Stork Club Geschmack heraus zu bilden“. Es gibt daher frische, für den Stork Club gebaute Fässer, aus deutscher oder amerikanischer Eiche, die mit unterschiedlichen „Toastgraden“ hitzebehandelt werden. Durch diese Röstungen kommen zum einen Farbe und zum Anderen die geschmacklichen Besonderheiten des jeweiligen „Toastgrades“ in das Destillat hinein und heben sich hervor. Ein Whisky kann dann z.B eine schokoladige, rauchige oder sogar beerige Note haben. Auf Grund der jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen, dehnt sich der Alkohol in den Fässern aus oder zieht sich wieder zusammen. „Alkohol ist sehr temperatursensitiv“, erklärt uns Steffen. „Durch diese Kontraktion in dem Fass, reift das Destillat eben schneller oder weniger schnell“. Glauben die Jungs. Hier zu Lande reicht es daher aus, das Destillat lediglich 4-5 Jahre im Fass reifen zu lassen, um einen hervorragenden Whisky zu bekommen. 

Sie scheinen richtig zu liegen denn der Whisky ist hervorragend. Nach etwa 4-5 Jahren im, individuell getoasteten Fass, wird der Whisky, vor der Filtration, auf ca. 4°C herunter gekühlt und dann von Hand, mit einer kleinen Füllanlage, in die Stork Club Whiskyflaschen gefüllt. Temporärer Lagerraum ist sehr knapp. Also werden die Flaschen nicht in Kartons aufbewahrt sondern, sehr umweltfreundlich, in kleinen hygienischen Containern gelagert, bis sie für den Verkauf in recyclebare Kartonagen gestellt werden. 

Ein Storch und Whisky?

Es ist einprägsam! Bringt man ein Produkt mit einem ortsansässigen Tier in Verbindung, lässt sich dieses leichter merken als Beispielsweise Orte oder Namen. Gerade bei Spirituosen. Der Storch ist in Schlepzig und Umgebung überall ansässig. Und da der gute Rye Whisky aus Deutschland mittlerweile international große Erfolge feiert, haben sich die Drei für den englischen Begriff für Storch – nämlich Stork entschieden, damit auch jeder den Namen aussprechen und verstehen kann und er auch in China beispielsweise in aller Munde sein kann. Hier ist er das schon und wir freuen uns sehr, einige fabelhafte Sorten Whisky, wie auch ausgewählte Spirits ab sofort in unserem Sortiment zu führen und bedanken uns bei Stefan, für das großartige Interview und den tiefen Einblick in das Herz des Stork Club!

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