Der Bio – Hof Klass
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Willkommen in Wiesenhagen, einem kleinen verschlafenen Ortsteil von Trebbin, unserer „Clauertstadt,“ in Brandenburg. Hier hat die Familie Klass mit dem Beginn der 90´er Jahre mit Ihrem heutigen, direkt am Dorfanger liegenden, Biohof gestartet. Da nach dem Fall der Mauer, die zumeist LPG zugehörigen, Felder jedoch erst wieder rückübertragen werden mussten, konnte sich Heinz-Günther Klass vorerst nur in Geduld üben und bei Bekannten in Klein Schulzendorf wohnen. Dort half er aus und pachtete voller Tatendrang bereits seine ersten Hektar Land. Bis heute ist die Ackerfläche auf mehr als 600 Hektar gewachsen und dort haben wir Heinz-Günter und seinen Sohn Sebastian Klass getroffen und Sie bei der Aufbringung der ersten Frühkartoffeln begleitet. Durch den sandigen Brandenburgischen Boden liegt das Hauptaugenmerk der Produktion bis heute bei Kartoffeln, Feldgemüse, Hafer, Roggen und anderen Ackerkulturen welche in diesem Umfeld gut gedeihen können. 

Die ersten Frühkartoffeln für die Region

Die ersten Frühkartoffeln für dieses Jahr werden am Dienstag, den 29.03.2022 gelegt. Wir treffen Sebastian Klass und seinen Vater auf einem weiten Feld, direkt in Wiesenhagen. Auf einem tuckernden roten Traktor fahren sie bereits über den, gut vorbereiteten Acker und beginnen mit dem Legen. Es ist ein idyllischer Anblick und noch echte landwirtschaftliche Handarbeit! Die Leidenschaft für die Landwirtschaft ist den beiden förmlich anzusehen. Mit viel Hingabe und Perfektion bringen sie die ersten Frühkartoffeln, der Sorte Solist, in den Boden.

Es sind knapp 900kg Pflanzgut. Aus jeder dieser bereits keimenden Kartoffeln soll, wenn alles gut geht und die Witterungsbedingungen stimmen, einzelne starke Pflanzen mit mehreren Trieben werden, die dann wieder neue Kartoffeln ansetzen. Heinz Günther steht hinten auf dem Traktor und beobachtet mit Argusaugen jede einzelne Kartoffel, die in kleinen Schaufeln in den sandigen Boden gelegt und mit großen Rädern automatisch mit Erde zu gehäufelt wird. Liegen einmal zwei Kartoffeln gleichzeitig in dem kleinen flinken Schaufelrad, schubst er sie beiseite und sorgt so dafür, dass wirklich immer nur eine einzige Knolle an einem Platz im Boden liegt.

Die Abstände sind dabei ebenso wichtig. Die Frühkartoffeln müssen einen Abstand von etwa 32cm zueinander haben, erklärt er uns. Alle 100m wird abgesetzt. Wenn alle Kartoffeln im Boden sind, werden sie später von einem großen Fließ vor Kälte geschützt, da man in dieser Jahreszeit immer noch mit Frösten rechnen muss. Durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, mittels Tröpfchen – Schläuchen, die das Wasser direkt zur Pflanze bringen, wird der Boden zusätzlich ausreichend feucht gehalten, da Kartoffeln beim Wachsen und Gedeihen viel Wasser benötigen, erklärt uns Sebastian aus seinem Fahrerhäuschen des Traktors heraus. Mit guter Laune und bei schönem Wetter ziehen sich die geplanten 16 Bahnen in Windeseile. Mal davon abgesehen, dass es für uns ein absolutes Erlebnis ist, mit auf dem Traktor stehen und hautnah dabei sein zu dürfen wie die allerersten und „frühesten Frühkartoffeln“, wie Heinz-Günther sagt, für dieses Jahr angepflanzt werden, macht es großen Spaß zu sehen, was für ein tolles Team die beiden Männer sind. Auch ist der Prozess des Anbaus ein spannendes Thema, das leider hier lediglich in aller Kürze beschrieben werden konnte. 

Richtig gute Kartoffeln

Für Sebastian ist klar, eine richtig gute Bio – Kartoffel „muss total gut schmecken“! Er ist, nach eigener Aussage, da sehr pingelig, hat eine sehr feine Nase – dadurch auch einen feinen Geschmackssinn und merkt es sofort, wenn eine Kartoffel nicht gut schmeckt. „Dann wird die nich angebaut“, betont der Landwirt. Der Geschmack ist ganz ganz wichtig, wiederholt er für uns und führt weiter aus, dass auch die Farbe und vor allem aber die Keimruhe ein wichtiges Merkmal bei einer guten Kartoffel sind. Ihm als Landwirt ist es natürlich sehr wichtig, dass sich Kartoffeln möglichst lange lagern lassen. Es ist wünschenswert, einen lückenlosen Zyklus zu haben, in dem es das ganze Jahr über Kartoffeln gibt. So weit sind sie leider noch nicht, gesteht Sebastian. Dennoch gibt es mittlerweile 360 Tage im Jahr ihre köstlichen Bio – Kartoffeln. 

Konzept

Die Familie Klass kümmert sich seit 2016 um die Direktvermarktung ihrer Kartoffeln und wünscht sich eine sukzessive Erweiterung mit anderen, hofeigenen Produkten. Für dieses Jahr stehen noch der Anbau von Feldgemüse und das Aufstellen zweier neuer Hühnermobile auf dem Programm. Es passiert zur Zeit sehr viel im Hause Klass und wir hoffen sehr, dass alles so gelingt, wie Heinz-Günther und Sebastian Klass es sich wünschen!

Auf welche Sorten können sich Kartoffelfreunde in 2022 denn freuen? 

In diesem Jahr werden vorwiegend die klassischen Sorten Kartoffeln gepflanzt. 
– Solist ( die bereits gelegt wurde), 
– Annabelle ( festkochende frühe Kartoffel), 
– Belana ( eine festkochende Lagerkartoffel, die keimruhigste Kartoffel von allen ), 
– Linda ( der Klassiker unter den Kartoffeln ), 
– Laura ( vorwiegend festkochend ) und die Talent ( mehlig kochende Kartoffel ). 

Letztes Jahr gab es auch noch die Karlena, an die sich einige von euch vielleicht noch gut erinnern können und die geschmacklich sehr gut war aber von der Talent, als mehlig kochende Kartoffel übertroffen wurde, ergänzt Sebastian seine Aufzählung. Eine seiner persönlichen Lieblings – Kartoffelsorten ist übrigens die Laura, die ein sehr tiefgelbes Fleisch hat und vorwiegend festkochend sowie geschmacklich sehr natürlich und aromatisch ist. 

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